Ein Tag im Leben eines Misanthropen – Folge #1 (Achtung! Vulgär!)

Folge #1 – Auf dem Weg zur Bahn

 

Wecker klingelt. Aufstehen.

Und es möge beginnen .. mit der üblichen, scheinbar endlosen, Episode meines allmorgendlichen Hassschürens – oder wie andere Sagen würden: Frühstücksfernsehen und Morgenmagazin. Während die dusseligen Hirnies von Sat.1 sich wieder einmal gegenseitig mit armselig unlustigen Kommentaren übertreffen, hat der Moderator des Morgenmagazins große Schwierigkeit jung und frisch auszusehen. Vermutlich ist das Leben als Moderator eines einzigen Scheißhaufens aber auch wirklich nicht besonders leicht. Schließlich muss man sich bestimmt redlich Mühe geben so unsagbar verwässert und unbedeutend daher zu schwafeln.

Im Hausflur begegnet mir mein Nachbar, ich grüße .. weder freundlich, noch unfreundlich. Er würdigt mich keines Blickes. Ich wünschte er würde die Treppe hinunterstürzen. Seine grässliche Futterluke bekommt er anscheinend nur dann auf, wenn er besoffen Beleidigungen um sich schreit. Den restlichen Weg nach unten überlege ich mir Argumente ihm seine Existenzberechtigung in einem epischen Wortgefecht abzuringen, zu dessen Ende er vor purer Überwältigung meiner unschlagbaren Schlagworte einfach in tausende kleine Scheißhäufchen zerspringt.

Am Briefkasten

ärgere ich mich aufrichtig über die Müllproduktion der Werbefritzen, die es offenbar auch zu Zeiten künstlicher Intelligenzen immernoch nicht schaffen

ihre bekackten Flyer, Heftchen und Derlei in mein Leben zu schmeißen – ohne einen Gedanken an mein Desinteresse und den damit entstehenden Müll zu verschwenden.

 

Und erneut beginnt ein innerer Monolog niederschmetternder Argumente, die den verfluchten Flyer-Fickern ihren Untergang bescheren würden.

Ehe ich meinen Monolog gebührend beenden kann, finde ich mich bereits auf dem Bahnsteig wieder. Links von mir eine viel zu aufreizend angezogene maximal 12 Jährige. Sie blickt extrem überheblich zu mir herüber – ich kann geradezu körperlich spüren wie sie sich wünscht ich möge ihr Aufmerksamkeit irgendeiner Form zukommen lassen. Wie lächerlich und armselig ihr Bexürfnis iat, scheint sie nicht zu begreifen. Ich konzentriere mich auf das mehr braun als blaue Hertha Shirt auf dem Wäscheständer auf dem Balkon gegenüber. Ich denke an fette grölende Fußballfans, die natürlich stets besser wissen wie ihr Team würde spielen müssen.

Endlich kommt die Bahn.

Dem Drang widerstehend der kleinen Aufreißerin die Meinung zu geigen steige ich ein.

Jawoll, es riecht nach Tod, Kot und Dummheit.

Die nächste Folge kommt bestimmt ..

 

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7 Kommentare auf "Ein Tag im Leben eines Misanthropen – Folge #1 (Achtung! Vulgär!)"

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Oh was für ein beschissener Tagesbeginn.
Bin auf die Fortsetzung gespannt und ob du der Aufreißerin nochmal in der Bahn begegnest
Liebe Grüße

Bin mal gespannt wie der Tag weiter geht.

Noch keinen Kaffee gehabt?

herrlich !! geht mir so oft genau so :D

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