Fitzek Interview – Bällebad im Keller

Interview mit Sebastian Fitzek

Seit längerer Zeit prophezeie ich bereits mein Interview mit Herrn Fitzek. Endlich! Endlich kann ich davon berichten. Natürlich war es mir eine riesige Freude, vor allem weil ich niemals damit gerechnet hätte, dass es zustande kommt.

Am 10. Januar diesen Jahres habe ich die Website www.sebastianfitzek.de durchstöbert, und spontan entschieden einfach eine Anfrage für ein Interview via Mail zu senden. Und zu meiner großen Überraschung erhielt ich direkt am nächsten Tag bereits die Antwort, dass es grundsätzlich kein Problem wäre, er bat mich jedoch, mich zu einem späteren Zeitpiunkt (März) noch einmal zu melden. Das habe ich natürlich getan, und Tada! – Hier ist es:

derKomoediant:
Bei meiner Recherche bin ich auf Ihre zahl- und umfangreichen
Tätigkeiten aufmerksam geworden. Und ich muss sagen, ich mit meinen
24 Jahren, bin unfassbar beeindruckt von Ihrem offenbar nur so
fantastisch sprudelndem Quell der Inspiration und der gleichzeitigen
Energie die Sie in all Ihre Projekte investieren. Wie ist das nur
alles gleichzeitig möglich?

Fitzek:
Ich genieße das Privileg von meinen Büchern leben zu können. Das ermöglicht es mir mit vielen wunderbaren Menschen zusammenarbeiten zu können, die mir all die Arbeit vom Hals halten, die mir nicht liegt (wie zum Beispiel Reisekostenabrechnungen, Buchhaltung, etc.) Somit kann ich mich auf das konzentrieren, was mir am Herzen liegt.

 

Komoediant:
Sicherlich hilft es sich und seine Werke im Vorfeld des Schreibens zu
organisieren. Wie findet so etwas statt? Haben Sie eine riesige
Pinnwand mit roten Fädchen à la Meisterdetektiv – oder findet die
Organisation möglicherweise gar ausschließlich in Ihrem Kopf statt?

Fitzek: Sie findet zuerst im Kopf statt. Dann bringe ich meine Gedanken zu einem Exposé, einem groben roten Leitfaden zusammen. Das ist in der Regel ein 20-seitiges Word-Dokument.

 

Komoediant:
In Ihrem neuen Thriller „AchtNacht“ geht es unter anderem, stark
vereinfacht, um den Mord als „Gewinn“. Haben auch Sie einen Wunsch
oder ein Interesse am Mord oder Tod eines Menschen? Ich beispielsweise
freue mich ein wenig auf meinen eigenen Tod, um die Erfahrung machen
zu können, wie es sich anfühlt, diesen letzten Moment des
Bewusstseins, des (hoffentlich) Begreifens, dass die eigene Existenz
nun jeden Moment endet.

Fitzek:
Da sind sie vermutlich eine seltene Ausnahme. Ich habe Angst vor meinem Tod, so wie ich mich vor allem Unbekannten fürchte.
Als erklärter Gegner der Todesstrafe habe ich niemanden, dem ich den Tod wünschen würde.

 

Komoediant:
Wenn Sie Menschen wie mir, die, bisher nur den Traum vor Augen, Autor werden beziehungsweise sein wollen, einen Rat geben müssten –
welcher wäre das?

Fitzek:
Nicht darauf zu achten, was andere von einem wollen, sondern sich Zeit zu lassen um herauszufinden, welches die eine, einzige Story ist, die in einem steckt und die man selbst dann schreiben würde, wenn sie niemand sonst lesen wollte.

 

Komoediant:
Außer das Schreiben um des Schreiben willens, was ist Ihr Beweggrund
dafür? Was möchten Sie mit Ihren Werken erreichen?

Fitzek:
Ich möchte die Leserinnen und Leser gut unterhalten, wünsche mir sie in eine Welt zu entführen, in der sie neue Dinge entdecken und etwas lernen und freue mich, wenn mein Buch einen Nachhall besitzt, selbst wenn es schon lange wieder zugeschlagen wurde.

 

Komoediant:
Könnten Sie dem Wunsch widerstehen in einen Bälle-Pool zu springen,
sofern niemand zusieht oder in der Nähe ist?

Fitzek:
Nein. Das mache ich auch, wenn jemand zusieht. Da gibt es schon Fotos von. Mein Freund Michael Tsokos hat sogar ein Bällebad bei sich im Keller.

 

Komoediant:
Gibt es derzeit Autoren die Sie beeinflussen oder inspirieren?

Fitzek:
Aktuell lese ich Donald Ray Pollock und bin von ihm aber auch von Michael Robotham begeistert.

 

Komoediant:
Als ich Ihre Zusage zu einem kleinen Interview bekam, habe ich mich
riesig gefreut. Schließlich ist es nicht unbedingt üblich sich als
dermaßen erfolgreicher Autor Zeit für jemanden mit einer
verhältnismäßig so geringen Reichweite zu nehmen – da liegt die
Frage nahe, warum man das eben doch tut?

Fitzek:
Als ich am Anfang stand habe ich gewünscht, dass sich irgendjemand für mich interessiert. Und ich freue mich heute immer noch über jede einzelne Anfrage und will versuchen, sie so gut es geht zu erfüllen. Denn wären diese und ähnliche Anfragen zu Beginn meiner Karriere nicht gekommen, wäre ich heute nicht, wo ich jetzt bin.

 

Das Bällebad in Tsokos Keller

Neben der unheimlich sympathischen Tatsache, dass Sebastian Fitzek nicht nur einem Bällebad nicht widerstehen kann, auch noch hat Herr Tsokos ein eigenes Bällebad im Keller! Das weckt die Begierden des Kindes in mir, und neben dem Traum sich zu recht als Autor bezeichnen zu wollen, habe ich nun einen ganz neuen: Das eigene Bällebad!

Allerdings stelle ich hiermit nun die Bedingung auf, erst nach einer ersten echten Pubklikation von mir, erst mit dem neuen Gefühl als echter Autor in ein Bällebad springen zu wollen. Das wird sicher eine echte Herausforderung, aber zum Glück hat niemand meiner Freunde einen Keller mit Bällebad!

 

Überaus glücklich über dieses Interview,

der Komoediant!

 

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5 Kommentare auf "Fitzek Interview – Bällebad im Keller"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Du hast spannende Fragen gestellt. Gerade die zu seinem Verhältnis zum Tod fand ich interessant. Das ist ja auch das fokussierte Thema in seinen Krimis. Ein sehr gelunges Interview wie ich finde!

super Interview, besonders lustig die Baellrbadfrage – toll!

Wirklich nett, dass Fitzek sich die Zeit nimmt. Schönes Interview. Liebe Grüße!

Lustig: Heute hatte ich AchtNacht in den Händen – definitiv einer der Krimis, die in nächster Zeit auf meinem Nachttisch liegen werden. Habe schon einige Fitzek-Krimis verschlungen, da mich bei ihnen auch der Schluss zufriedenstellt – was leider nicht bei jedem Krimi so ist. Also weiter so, Herr Fitzek!
Und Dir, lieber Komoediant, herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Interview!

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