Kackgeschichte: Schleudertrauma

Ich bin ein Berliner.

Früher einst war ich jedoch ein Braunschweiger. Allerdings schien mich auch zu jener Zeit etwas magisch nach Berlin zu ziehen. Gut, man könnte auch einfach behaupten meine Verwandten haben in Berlin gewohnt, und meine Familie hätte sie besucht. Aber so einfach wollen wir uns es heute nicht machen! Zu einer gut erzählten Anekdote zählt schließlich auch ein bisschen unerklärliches, magisches.

Und wenn ich damals mit meinen Cousinen über die etlichen Spielplätze in Zeh gepest bin, stets auf der Suche nach dem nächsten imaginären Abenteuer. Hält sich in meinem Herzen fest das Gerücht meiner jetzigen Frau bereits damals schon begegnet zu sein. Zwar bin ich eigentlich kein großer Fan von Romantik, kann mich jedoch von dem absurden Wunsch, ihr lange vor unserem ersten Date, bereits über den Weg gelaufen zu sein, nicht freisprechen. Denn, so haben es aktuelle Begebenheiten ergeben, wir haben als Kinder offenbar die selben Spielplätze frequentiert, und sogar die selbe Schaukel geschaukelt. Ob allerdings unsere Hintern des Vorschauklers Wärme gespürt, oder wir uns gar in einem unserer Abenteuer gemeinsam die Drachen vorstellten ist uns beiden nicht ganz klar.

Ich war also schon früh in Berlin zugegen. Und wie wohl viele Kinder in diesem Alter hörte ich nur äußerst widerwillig auf Spielunterbrechungen der Mutter in denen sie zum Toilettengang oder Essen rufen wollte. Mir ist die merkwürdige Art meiner Überleitung durchaus bewusst, allerdings hat mein Hirn entschieden diese so zu gestalten. Und wie sich noch zeigen wird, widerspreche ich selbigem nur ausgesprochen ungern.

So verbrachte ich also oft meine wundervoll auslaugenden Spieltage an der frischen Luft und kam manchmal auch erst zum Schlafengehen wieder hinein. Und so kam es auch oft, dass mich zu Bettgehzeiten Hunger und der Drang sich der Überreste nach dem Stillen des jungen Kinderhungers zu entledigen befielen.

Und an jenem Schicksalhaften Abend hatte ich lediglich noch die Kraft mich nach dem lästigen Zähneputzen in das untere eines Kinderdoppelbetts fallen zu lassen. Ja, sogar die Treppe hinauf in das Schlummerparadies, denn wie wir sicher alle wissen, ist der oben Liegende immer auch der besser Liegende (alte Kinderweißheit), war viel zu weit.

Während ich also sofort in den Tiefschlaf fiel, verselbstständigte sich mein Darmtrakt, und wollte plötzlich ganz dringend seinen gesamten Inhalt loswerden. In geistig abwesenden Gegenwart kontaktierte mich mein Hirn unmittelbar: „Kot! Viel Kot!“ So hallte es mir durch den Schädel.

Völlig schlaftrunken sprang ich aus dem Bett, stieß gegen dies und jenes, trat auf einige Spielzeugautos – doch tapfer wie ich war, ließ ich mich nicht beirren! Taumelnden Schrittes wankte ich in Richtung Bad.

„Er kommt jetzt! Zu spät. Gib auf.“

Und ich gab auf. Der Kot kam. Etwas erniedrigt konnte ich dem Druck nicht mehr standhalten, und eine immense Wurst bahnte sich den Weg in meine .. „halt Moment, ich trage ja gar keine Unterhose“. Ich hatte lediglich eine schlabberige Schlafanzugshose an.

Leider bahnte sich jene immense Wurst nun also nicht seinen Weg in meine Unterhose, stattdessen fiel sie das ganze Bein entlang hinunter bis zu meinen Socken. Denn da ich es hasse wenn sich meine Hose nachts das Bein hinaufkrempelt, hatte ich sie in weiser Voraussicht in meine Socken gesteckt.

Schock. Es ist Realität!

In einem absurden Anflug von „Jetzt erst recht!“-Stimmung führte ich jedoch meinen Marsch in das Bad weiter. Die Fliehkräfte die beim Gehen entstehen hatte ich jedoch unterschätzt ..

Und dieses Gefühl, des warmen langen schlabbrigen Würstchens an meinem Bein – das begleitet mich auch heute noch, wenn ich bei Freunden oder der Familie übernachte.

Mein ganz persönliches Schleudertrauma.

 

In der Hoffnung ein Schmunzeln erzeugt zu haben,

 

Euer Komoediant!

Hinterlasse einen Kommentar

3 Kommentare auf "Kackgeschichte: Schleudertrauma"

Benachrichtige mich zu:
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Um ganz ehrlich zu sein, ich weiß es nicht mehr.
So unspektakulär das leider auch ist 😀

hi
aber wieso erniedrigt, passiert uns am anfang des lebens und auch am ende.
wie bist du sie losgeworden? ab in die wanne? mit den fingern in die kloschüssel püriert?
ein herz damit an die wand gemalt?
gibt so viele möglichkeiten der kreativität

Ja, zugegeben, ein Schmunzeln hast du erzeugt.

wpDiscuz
%d Bloggern gefällt das: