Raeuber Angsthase

Raeuber Angsthase und das Zweisam sein

Es ist nicht lange her, da striff ein Raeuber namens Raeuber Angsthase durch den beschaulichen Wald.

Raeuber Angsthase koennte man denken, klingt ueberhaupt gar nicht nach einem gefaehrlichen Raeuber. Denn Raeuber sollten das ja eigentlich sein, gefaehrlich!

Doch Raeuber Angsthase war so furchtbar aengstlich.

Vor jedem Ueberfall den er sich ueberlegt hatte, beschlich ihn die Angst, dass er garnicht furchterregend sei.

Er dachte sich dann er wuerde sicher bloß ausgelacht werden.

Doch gab er nicht auf!

An einem Samstag war es wieder so weit, Raeuber Angsthase hockte in seinem Versteck und wartete auf ein gutes Ueberfallopfer.

Raeuber Angtshase war kein Anfaenger, er wusste durchaus wen man ueberfaellt und wen nicht.

Am besten kleine, aengstlich aussehende Tiere.

So traeumt er gerade von der aengstlichsten Maus die man sich nur denken kann, die einen riesigen Schatz mit sich traegt.

Und als der Raeuber so vor sich hin traeumte, riss ihn ein Geraeusch aus seiner Fantasie.

Er traute seinen Ohren nicht, als er eine Stimme zu sich sprechen hoerte.

>>Na du alter Bandit!<< rief eine kratzige Stimme.

Erschrocken zuckt der aengstliche Raeuber zusammen.

>>He! Verschwinde! Ich verstecke mich hier!<< antwortete er.

Doch der kleine Igel der jetzt direkt vor ihm stand, wollte nicht verschwinden.

>>Und warum ueberfaellst du mich nicht? Hast du etwa Angst?<< aergerte ihn der Igel.

Der Raeuber Angsthase wurde ganz rot im Gesicht und stotterte:

>>Naja, du hast so viele Stacheln, die koennten mich ja stechen.<<

Doch der Igel lies nicht locker >>Du bist Rauber Angsthase! Ich weiß genau dass du niemals jemanden ausraeuberst! Du hast viel zu viel Angst.<<

>>Und was willst du jetzt von mir?<< fragte der Raeuber.

>>Ich moechte dir helfen!<< entgegnete der Igel.

>>Und wie heißt du , Igel?<<

>>Ich heiße Stachel, einfach nur Stachel.<< sagte Igel.

>>Fiasco! Latte Macchiato! Lasagne! Calzone!<< rief es ploetzlich etwas hinter den beiden.

>>Was war denn das?<< brachte der Raeuber hervor.

>>Das klingt ganz nach Italienisch<< schlaumerierte der Igel.

>>Du musst wissen, ich spreche viele Sprachen<< fuhr er fort.

Ganz beeindruckt schwieg der alte Raeuber lieber.

>>Du koenntest doch die Italiener ueberfallen<<

>>Die haben vielleicht Kaese und Wurst dabei!<< meinte Stachel.

Der Raeuber liebte Kaese, besonders stinkigen alten Kaese.

Er gruebelte kurz ueber den Vorschlag von Stachel nach, und entschloss sich dann.

>>Gut<< sagte er. >>Raubern wir sie aus!<<

Doch dann, gerade als er aus seinem Versteck springen und laut schreien wollte, kam die Angst.

Ganz drueckend in der Brust machte sie sich breit.

>>Was wenn sie mich fortjagen, oder ganz furchtbar stark sind?<< wimmerte Angsthase.

>>Aber du bist doch der Raeuber! Sie werden dich nicht fortjagen, wenn du ganz grimmig schaust und bruellst!<< riet Stachel.

>>Meinst du? Haettest du denn vor mir Angst?<< fragte Angsthase unsicher.

>>Aber na klar! Du bist doch riesig groß und wenn du bruellst zittern die Grashalme<< machte Stachel ihm Mut.

Da fasste sich der Raeuber ein Herz. >>Also gut<< sagte er und machte sich zum Sprung bereit.

Gerade kam die Gruppe italienischer Wanderer am Versteck der beiden vorbei da ..

>>Broaaahhhh!!! Kaese her sonst donnerts!<< schrie der Rauber so laut er konnte.

Die Gruppe Wanderer schaute voellig starr auf den baertigen Mann, der soeben aus dem Gebuesch gesprungen war.

Einige Augenblicke geschah gar nichts, bis der Igel mit platschigen Schritten aus dem Gebuesch kam, den Zeigefinger hoch erhoben sprach er:

>>Kaeseloni und Wursteloni!<<

Die Gruppe Wanderer verstand natuerlich kein Wort. Denn Italienisch sprach der Igel nicht, das stand fest.

Doch das war Stachel ganz egal. Der lies nicht locker.

>>Giberoni mire elle Kaeseloni!<< befahl er.

Die Italiener schauten sich gegenseitig an. Keiner schien zu begreifen was der Igel und der baertige Mann von ihnen wollten.

Sie berieten sich eingehend auf italienisch. Einer kam schließlich auf die Idee die beiden Gestalten seien auch Wanderer und wurden wohlmoeglich ausgeraubt. Sicher braeuchten sie etwas zu essen, fuer ihre leeren Maegen.

So beschloss die Gruppe den beiden einen Teil ihres Proviants zu ueberlassen.

Etwas zoegerlich trat der kleinste der Italiener vor, in der Hand einen dicken Kaese.

Er hielt ihn dem Igel mit fragendem Blick hin.

Sich seines Sieges gewiss griff der Igel nach dem Kaese.

Sobald sich die kleinen Krallen des Igels um den Kaese geschlossen hatten, rief er dem Raeuber zu >>Los! Abhauen!<<

Das lies sich der Raeuber nicht zweimal sagen. Beide flitzten los was das Zeug hielt und ließen die Wanderer voellig verdutzt stehen.

Sie rannten und rannten bis sie sich endlich sicher genug fuehlten um sich ihre Beuteetwas genauer anzuschauen.

Auf einem mit Moos bewachsenen Baumstumpf sitzend teilte Stachel den Kaese in zwei etwa gleich große Teile.

>>Oh Junge! Das haben wir uns wirklich verdient!<< sagte Stachel.

>>Das war absolut Wahnsinn! Niemand hat uns ausgelacht!<< staunte Raeuber.

>>Das muessen wir wiederholen!<< meinte er.

>> Au ja!<< antwortete Stachel begeistert.

Doch der Raeuber hatte noch eine wichtige Frage

>>Stachel, warum bist du denn eigentlich so mutig?<< fragte Raeuber neugierig

>>Du brauchst Stacheln, dann hat jedert Angst vor dir!<< meinte Stachel.

Rauber war nicht recht ueberzeugt.

>>Weißt du<< begann Stachel >>Eigentlich bin ich gar nicht so mutig<<

>>Ich habe dich bloß in deinem Versteck gesehen und bin zu dir gegangen<<

>>Eigentlich dachte ich du wuerdest mich wegen meiner langen Stacheln nicht moegen<<

>>Eigentlich bin ich ziemlich einsam, weißt du?<<

Doch der Raeuber fasste sich zum ersten Mal in seinem Leben Mut und sagte zu Stachel

>>Dann sind wir jetzt zusammen einsam, raeubern und schmausen unseren Kaese<<

Und so war es.

Die beiden wurden an diesem Tag gute Freunde.

Noch lange saßen sie auf dem Stumpf und verspeisten ihren Siegerkaese.

Und solange sie nicht ehrlich werden, raeubern sie noch heute.

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4 Kommentare auf "Raeuber Angsthase"

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Vielen Dank!

Tolle Geschichte!!!

Danke! Das liest man gerne!
Einen ebenso freundluchen Gruß zurück!

Tolle Geschichte! Herzerweichend und einfach nett geschrieben! Gefällt mir voll gut! Vielen Dank und lieben Gruß von Tina

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