Über Medien – Kritik an der Objektivität

Objektivität – oder geglaubte Wahrheit?

Wie könnte es auch anders sein. Ich, der Komoediant, sitze nur ungern auf dem hohen Ross auf das sich etablierte Journalisten, und solche die es gerne wären, häufig begeben. Inwiefern man sich den Sitz auf jenem schwierig zu reitenden Vierbeiner auch immer verdient oder angeeignet hat – meiner Meinung nach, das betone ich gerne und häufig, ist es den Wenigsten oder gar keinem möglich sich von den jahrelang entwickelten eigenen Sichtweisen und gemachten Erfahrungen zu distanzieren. Daraus erschließt sich für mich, egal zu welchem Thema, immer die Pflicht, herauszuarbeiten, dass ich lediglich die eigene Meinung vertreten kann. Sicherlich gibt man sich Mühe, oder hat ganz grundsätzlich den Anspruch an sich selbst sich eine Meinung zu bilden die möglichst viele Blickwinkel berücksichtigt. Aber von einer echten Objektivität kann ich nicht mit guten Gewissen schreiben oder sprechen.

Deshalb stört es mich auch ausgesprochen wenn man, auch bei einer außerordentlich guten Recherche in ihrem eigentlichen Sinn, trotz des offensichtlichen, individuellen Eindrucks von Objektivität schreibt, oder diese zumindest impliziert. Vermutlich ein Faktor, weshalb ich niemals etwas wie eine bevorzugte Zeitung hatte.

Die einzig richtige Wahrheit liegt in den Dingen selbst – sie zu ergründen ist der Anspruch vieler.

„Das Richtige“ als klaren, einzigartigen Kristall – so stellt man sich gute Informationsliteratur vor. Und für meinen Geschmack viel zu häufig argumentieren Menschen eben auch so mit den Quellen, mit denen sie ihren Standpunkt bekräftigen zu versuchen . Warum? – Könnte man sich fragen. Warum ist es so wichtig recht zu haben, den „Gesprächsgegner“ zu besiegen? Denn das ist was letztlich dahinter steht.

Die Behauptung dahingestellt sicher jeder kenne diese Situation, sich im Streitgespräch mit jemandem als Sieger oder Verlierer zu fühlen, ist es mir eine echte Aufgabe in solchen Gesprächen nach dem Sinn des Austausches zu fragen. Bisher habe ich keine befriedigende Antwort erhalten. Vielleicht habt Ihr eine?

Was also hat man von der Vorstellungen einer absoluten Wahrheit?

Nichts. Viel produktiver hingegen könnte es doch sein, seinen inneren Wettkämpfer mit dem Gedanken zu beschwichtigen, für sich selbst zwar eine Wahrheit gefunden zu haben – gleichzeitig aber des anderen Wahrheit zuzulassen. Was möglicherweise paradox klingt, ist sehr viel logischer als man meinen könnte. Denn auch faktische Zahlen, die im allgemeinen als absolut objektiv gelten, da die Zahl an sich ja keinen Grund hat seinem Betrachter etwas vorzuspielen, könnnen unterschiedlichste Aussagen für den Einzelnen haben.

Wenn also 10 Äpfel  in einem Korb liegen, liegen darin 10 Äpfel – logisch. Wenn nun aber ein wirtschaftliches oder persönliches Interesse vorliegt, kann man bspw. die Äpfel als Anlage in viele weitere Äpfel betrachten – somit lägen dort, theoretisch, sehr viele mehr.  Jemand anders könnte schlicht Interesse an nur einem Apfel zum Verspeisen haben – somit würde er vermutlich lediglich diesen einen als für ihn wichtig empfinden. Ein Dritter hat vielleicht den Korb im Auge, die Anzahl sowie die Äpfel interessieren ihn also überhaupt nicht. Auch wenn mein kleines Beispiel ein wenig hinkt – so verdeutlicht es meinen Standpunkt. Viele Sichtweisen beinhalten auch bei geglaubter Klarheit des Sachverhalts die verschiedensten Ansätze, was zu verschiedensten Ergebnissen führt.

Was meint Ihr?

Das ist für mich der Grund sich innerhalb einer eigenen Berichterstattung oder simplen Meinung stets mit den Argumentationen Andersdenkender auseinandersetzen zu wollen.

Fühlt Euch also einmal mehr eingeladen mir in den Kommentaren Euren Standpunkt zu hinterlassen – was glaubt Ihr ist im Einzelfall zielorientierter – die versuchte Objektivität, oder die offene Auseinandersetzung mit der eigenen Wahrheit?

 

 

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5 Kommentare auf "Über Medien – Kritik an der Objektivität"

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Das ist wahr. Ich denke aber trotzdem, dass diese Einflüsse auch in Zukunft nicht offen dargelegt werden, weil es die Ziele, die im Hintergrund verfolgt werden, gefährden könnte. Wir nehmen Informationen anders wahr, wenn wir wissen wer sie herausgibt. Damit nehmen wir die Aussagen auch mehr oder weniger ernst. Bisher wurde den Medien bedenkenlos vertraut. Das scheint sich augenblicklich zu verändern.

Raus aus der Blase der Gewissheit, die viele heutzutage umgibt. Die zunehmend spürbare Komplexität der Sachverhalte begegnet man nicht, in dem man „Wahrheiten“ produziert und reproduziert und eigentlich nur den Kopf in den Sand steckt. Allerdings gibt es für mich ganz klar eine Grenze des Ertragbaren, wenn es um die Wahrheiten anderer geht. Z.B. sind mir alle Verschwörungstheoretiker zu wider und ich kann sie mir nicht lange anhören, ohne weghören zu müssen…

Aus meiner Sicht sollten die Medien so objektiv wie möglich „berichten“. Die Objektivität steckt nämlich schon im Begriff selbst. Eine Meinung zu bilden, das sollte dann dem Konsumenten überlassen bleiben. Nichts anderes ist der ursprüngliche Sinn der Medien.
Ansonsten, besonders im Umgang miteinander, wünschte ich, dass viel mehr Menchen denken wie du. Schön zu sehen, dass es solche noch gibt.

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